AvocadoShop und Ökologie

Unser ökologisches Selbstverständnis

1. Was bedeutet für Sie „ungespritzt“ bzw. „unbehandelt“? (Die Avocados sind nicht biozertifiziert, richtig?)

Zur Produktion von grossen Avocados, welche einen hohen Bedarf an Kalium haben, benutzen wir Kunstdünger, welcher eine Biozertifizierung ausschliesst.

Unkraut um die Plantage wird beschnitten. Unterhalb der Bäume gedeiht aufgrund der Beschattung kein/kaum Unkraut. Pilzerkrankungen werden mit natürlichem Schwefel bzw. Kupfer behandelt, welcher auch im biologisch, kontrollierten  Anbau Verwendung findet.

Unsere Früchte sind unbehandelt, d. h. ungewachst. Daher stellt sich ein Gewichtsverlust nach der Ernte duch Verdunstung ein.

Im Jahre 2004 wurden Avocadopflanzen aus Mexiko importiert. Mit den importierten Pflanzen wurde die Milbe Oligonychus persea nach Europa eingeschleppt, welche auch in Californien und Peru eine Plage ist. Die Milbe ist auf der Blattunterseite der Avocadobäume anzutreffen und lebt vom Pflanzensaft. Die Bäume erleiden dadurch eine deutliche Schwächung. Die Milbe hat sich mit dem Wind in ganz Andalusien verbreitet.

Wir entschlossen uns auf den Einsatz von Insektiziden (Besprühung der Blattunterseite) zu verzichten und einen Rückgang der Ernte von über 20% in Kauf zu nehmen.

Kein Einsatz von Insektiziden

2. Wie funktioniert der Anbau bei Ihnen (in groben Zügen von der Saat bis zur Ernte)?

Die Bäumchen haben wir bereits veredelt erworben und 2000/2001 selbst gepflanzt. Der Avocadobaum trägt ab dem 4. Jahr Früchte. Nach der Ernte und noch vor der Blüte werden die Bäume von uns beschnitten. Durch ein wassersparendes Bewässerungssystem (Tröpfchenbewässerung) werden die Bäume mit Wasser und Nährstoffen versorgt.

Die Früchte werden ausschliesslich handgepflückt, um Verletzungen und Druckstellen auszuschliessen. Als oberste Qualitätsmaxime gilt: Eine Avocado die den Boden berührt hat, bleibt am Boden (Fallobst).

3. Was passiert nach der tagesfrischen Ernte mit den Früchten? (Wie und wann werden sie verpackt und abtransportiert?)

Wir ernten jeden Tag nach Eingang der Bestellungen frisch und verpacken die Früchte am gleichen Tage. Am Folgetage sind die Avocados unterwegs zum Verbraucher.

4. Worin unterscheiden Sie sich nach eigener Einschätzung von den Globalplayern ?

Wir kennen unsere Kunden und unsere Kunden kennen uns.

Dies bringt entscheidene Vorteile mit sich:

1) Für den Kunden

Kenntnis des Erzeugers und der Anbaumethoden (Verzicht auf Insektiziden u.a)
Frisch gepfückte und sorgsam behandelte Avocados nach Eingang der Bestellung
Wenn der Verbraucher seine Avocados erhält, sind diese noch hart, der Kunde übernimmt das Reifemanagement und entscheidet wann und wieviele der Avocados cremig und weich werden sollen.

2) Für die Umwelt

Durch die Produktion in Europa entfällt eine Erwärmung der Früchte auf eine Kerntemperatur von 40°,
die Früchte reifen bei unseren Kunden, eine Reifung in geheizten Reifekammern ist nicht notwendig und schont die Energiebilanz.
Kürzere Transportwege

3) Für uns

Da wir unser Früchte nicht „anonym“ auf den globalen Markt verkaufen, erfahren wir eine tiefere Befriedigung, wir wissen wer unsere Avocados geniesst,
erhalten ein Feed Back vom Verbraucher, welches uns motiviert und weiter anspornt.

Im Vergleich zu anderen Früchten fallen Avocados nicht vom Baum und müssen daher nicht zwingend in einer bestimmten Woche geerntet werden. Dies ermöglicht uns, unsere Plantage als lebendes Lager zu verstehen.

5. Auf welchem Weg kommen die Früchte in den Norden Europas (per Schiff, Flugzeug, LKW?)

Wir importieren keine Früchte. Der Versand unserer Ernte erfolgt per LKW europaweit.

6. Wachsen die Früchte frei oder in (klimatisierten) Gewächshäusern?

Die Bäume stehen frei auf terrassiertem Land

7. Werden die Früchte in (klimatisierten) Container, Behältnissen, Reifekammern gelagert bzw. versandt?

Nein, der Verbraucher übernimmt energieschonend das Reifemanagement.

8. Avocado-Anbau ist ressourcenintensiv

(Wasserverbrauch, Anbauflächenbedarf). Pro Kilo Früchte sind bis zu 1000 Liter Wasser nötig. In den klassischen Avocado-Produzentenländern wie Südafrika, Mexiko, Peru, Chile oder auch Israel ist Wasser ein rares Gut. — Wie ist die Situation bei Ihnen in Andalusien?

Grundsätzlich sind wir durch ein gutes Microklima gesegnet, welches uns Niederschläge im langjährigen Durchschnitt von über 500l/qm im Jahr bereitet. Die benachbarte Sierra Nevada dient zudem als Wasserspeicher. Der 2004 fertigestellte Staudamm Rules wird durch Regen- und Schmelzwasser gespeist und nach Fertigstellung der Rohrleitungen die Wassersituation verbessern. In Jahren der Dürre 1991 – 1992 und aber auch 2016/17 bestand jedoch die Gefahr, dass das Wasser, welches wir aus Brunnen im Rio Verde Tal beziehen, versalzen ist. Die letzten noch wasserspendenden Brunnen befinden sich 500m vom Mittelmeer entfernt.

Nach ausgiebigen Regenfällen im Herbst 2016 hat sich die Situation deutlich entspannt.

9. Wie groß ist Ihre Plantage? Seit wann besteht sie?

Unsere Finca ist knapp 2 ha groß und mit 300 Bäumen bepflanzt. Die Finca wurde von uns im Jahre 1997 erworben und 2000/2001 wieder aufgeforstet.

10. Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

Wir sind ein kleiner Familienbetrieb und beschäftigen aufgrund unserer Größe keine Mitarbeiter.

11. Gibt es bei Ihnen das ganze Jahr über Avocados? (Wann beginnt und endet die Saison?)

Die Erntezeit beginnt Ende September und endet Mitte Februar.

12. Sie bauen neben Avocados auch Kakis, Litchis, Mandeln, Grapefruit, Bananen und Zitrusfrüchte an (sowie Chili, vielen Dank!). Sind jene Früchte auch bestellbar?

Leider nein, da schneller verderblich.

Wie die Avocados werden auch unsere anderen Früchte nicht gespritzt (keine Insektizide) und bleiben unbehandelt (ungewachst ).

13. Hat sich der Avocado-Anbau in Andalusien nach Ihrer Einschätzung ausgeweitet?

Auch wenn die Ausweitung der Produktionsflächen durch die Ressource Wasser eindeutig gedeckelt ist, werden heute mehr Avocados in Spanien produziert, als vor 20 Jahren.

Die Avocado ist ein Mega Trend.